Verpackung an der Käsetheke im Oecotop

Verpackungen sollen Lebensmittel vor Verunreinigung schützen, frisch halten und dafür sorgen, dass der Einkauf wohlbehalten zuhause im Kühlschrank und auf dem Esstisch ankommt. Lesen Sie hier über Hintergründe zu Alternativen  wie Bioplastik und Recyclingprozesse.

  1. Das Problem mit den Plastikverpackungen
  2. Bioplastik, Alternativen & Recycling
  3. Bio-Produkte in Bio-Verpackungen?
  4. Verpackung an der Käsetheke im Oecotop
  5. Kommt nicht in die Tüte… aber der Einkauf muss nach Hause!

Kompromiss beim Käse: von Frische, Tara und Hygiene

Statt aus der Selbstbedienungstheke und portioniert in der Plastikschale gibt es im Oecotop Käse auch frisch geschnitten im Stück. Aber auch hier ist es nicht ohne weiteres möglich, eigene Verpackungen mitzubringen und befüllen zu lassen. Neben der Tara-Problematik (das Auswiegen des Behältergewichtes) der unterschiedlichen Behältnisse sind es hier aber vor allem die gesetzlichen Vorgaben, die dies erschweren oder sogar unmöglich machen: Die örtliche Lebensmittelüberwachung beaufsichtigt mittels unangekündigter Kontrollen die Einhaltung der Lebensmittelhygiene-Verordnung. Und die besagt, dass durch den Händler sichergestellt sein muss, dass die zu verkaufenden Lebensmittel „der Gefahr einer nachteiligen Beeinflussung nicht ausgesetzt“ sind. Wie diese Formulierung ausgelegt wird, ist letztlich Sache der örtlichen Behörde und des einzelnen Kontrolleurs. Wir gehen von einer strengen Auslegung aus und das heißt: Über den Tresen darf nichts von der anderen Seite auf die Seite mit den frischen Lebensmitteln gehen und hier mit Lebensmitteln, Oberflächen oder Gerätschaften in Berührung kommen. Ob Taschen, Kunststoffbehälter oder Schraubgläser – der Bereich hinter dem Käsetresen ist für sie verboten. Im Brotbereich lässt sich die Regelung umgehen, indem Brot oder Brötchen vor dem Tresen in den Stoffbeutel oder die wiederverwendete Brottüte wandern, bei Käse oder Oliven lässt sich vergleichbares aber nicht umsetzen.

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Zugunsten der Qualität eines hochwertigen Lebensmittel fällt beim Verpacken des Käses an der Theke tatsächlich auch die Entscheidung für eine Verpackung aus Kunststoff: Das verwendete Käsepapier ist eigentlich eine Polyethylenfolie, die lebensmittelecht, frei von Weichmachern und atmungsaktiv ist und sich auch bei fettigen und feuchten Käsesorten gut verwenden lässt. Im Gegensatz zu althergebrachtem Transparent- oder Wachspapier lässt sich auch anspruchsvoller Käse in ihr einfach und luftig verpacken und aufbewahren und übersteht auch mehrmaliges Aus- und Einwickeln.

Für Irritation sorgt immer wieder, wenn der Käselaib vor dem Verkauf erst Schicht für Schicht aus Frischhaltefolie geschält wird. Die Schnittflächen, oft auch die empfindliche Naturrinde der Käse in der Theke müssen vor Verunreinigungen, den Schimmelkulturen anderer Käse, vor allem aber auch vor dem Austrocknen an der Luft geschützt werden. Der scheinbar immense Verbrauch an Folie durch  das häufige Neuverpacken und die zum Teil doppelte Schicht Folie dienen hier der Pflege eines empfindlichen Lebensmittels.

Das Verpackungsaufkommen ist aber beim frischen Käse von der Theke, immernoch geringer als beim Käse aus dem SB-Regal – und die freundliche Beratung gibt es noch dazu!

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